Donnerstag, 30. September 2010

Kalter Atem

Hallo,

mit der mitteleuropäischen Realität musste ich mich unter Anderem auch wettertechnisch erst wieder zur recht finden, deswegen hat's ein bisschen gedauert, bis ich diese Zeilen mit gutem Gewissen verfassen konnte. Das, worüber ich heute schreibe ist zwar irgendwie faszinierend von des Meteorologen Standpunkt, deprimierend aber von der tatsächlichen Auswirkung her. .. Fangen wir mit der Aktuellen Lage an:



Das Satellitenbild bzw. die Höhenwetterkarte offenbaren uns Folgendes: Frontensysteme vom Atlantik laufen gegen ein kräftiges Hoch über Skandinavien auf und werden zunächst gebremst und im Endeffekt ziehharmonikaartig zusammengedrückt. Bis Morgen Freitag wird aus den beiden Frontensystemen über Mitteleuropa und den Britischen Inseln eines:


Am samstag kommt dann schon die nächste Warmfront rein und läuft in den bestehenden Frontensumpf quer über Österreich, ohne auch in den Osten durchzumarschieren. Was sich ausbildet ist eine markante, aber nur schwach wetteraktive Luftmassengrenze, die einen milden Westen von einem teilweise sehr kalten Osten trennen wird.

Hier die Temperaturen in 950hPa am Samstag (das sind so an die 500 Meter), dazu der Wind am Boden:





Auffallend sind die sehr tiefen Werte der Temperatur in Osten zur Mittagszeit, (teilweise nur 6 Grad in 500 Meter) , dazu recht lebhafter Südostwind. Dieser Südostwind ist der kalte Atem Osteuropas und besteht aus Luft, die um ein Hoch herum gelenkt ursprünglich aus polaren Regionen kommt. Die Schlussfolgerung ist also die, dass am Samstag mit Pech ganz Ostösterreich unter einer Hochnebeldecke zu liegen kommt, mit kräftigem Wind und die Höchstwerte z.b in den höheren Regionen des Waldviertels nicht viel über 5 Grad hinauskommen, im Flachland kaum über 10.

Die im Weschten sitzen hingegen im Glück. Zwar ziehen Wolkenfelder der schwach wetteraktiven Warmfront drüber, die Werte liegen für Oktober aber im feinen Bereich.

Am Sonntag ändert sich wenig...


Zwar lassen die Modelle nu die Höhentemperaturen auch im Oschten steigen, das auf eine Erwärmung am Boden umzuwälzen wäre aber ein fataler Anfängerfehler. Im Gegenteil, durch die Erwärmung erfolgt eine Stabilisierung und die bodennahe Kaltluft kann noch stärker durch eine Inversion von der milden Luft in der Höhe abgekoppelt sein.

Die Aussichten im Osten sind als bis in die neue Woche hinein als trist zu bezeichnen.. ab Samstag Hochnebel und kalter Wind aus Ost bis Südost.

Der Westen allerdings sieht feinen Zeiten entgegen, wenn man nichts gegen Föhn hat. Der Wird nämlich bei den Sonntags und Montagshöchstwerten von deutlich mehr als 20 Grad eine notwendige und hinreichende Bedingung in stürmischer Art und Weise sein.

Lg

Manfred

Dienstag, 28. September 2010

Wieder in Wien

Hallo,

..heut Vormittag bin ich nach 30 Stunden in Flugzeugen oder auf Flughäfen wieder in Wien gelandet, mit leicht gemischten Gefühlen, vor allem wettertechnisch ;). Da ich mehr und mehr meine Faszination für Fluggeräte entwickle, hier ein paar Schnappschüsse vom Flug...



Melbourne zum Abflugzeitpunkt spiegelte meine innere Stimmung wieder...


Die Aussicht einen Teil der Heimreise aber wieder mit einem A380 bestreiten zu können, hob diese ein wenig.. Dieses Exemplar, die Charles Kingford-Smith, nach dem auch der Flughafen von Sydney benannt ist, ist meines Wissens nach der erste von mittlerweile 6 A380, die QANTAS seit 2008 in Betrieb hat.


Der QANTAS A380 hat im Heckflügel eine Kamera, die von jedem Sitz aus, also auch den Sitzen der Holzklasse auf einen 16 Zoll Schirm, betrachtet werden kann, und bietet sowohl tagsüber, als auch nachts bei Landungen eine Art des Eindruckes, die der Pilot haben muss... Der Schuss entstand knapp nach Durchstossen der Wolkendecke.








Von Singapur nach Frankfurt ging es weiter mit der Königin der Lüfte, einer B747, 400ER, der der A380 bezüglich Ästhetik nicht das Wasser reichen kann. (auch nicht was die Lautstärke im Innenraum angeht, da ist die B747 nämlich unschlagbar laut ;)

In Frankfurt fiel mein Koffer wohl ins Wasser, denn in Wien fand ich ihn triefend nass wieder... passt zum Wetter hier.


Lg

Manfred

Sonntag, 26. September 2010

Frühlingsgefühle

Hallo,

ich weiß, zumindest 12 Leser sind der Meinung, dass ich zuviel über Australien rede. Ich hab mich die letzten Tage eh zurückgehalten, letztendlich ist es aber mein Blog und ich schreib was ich will ;) .. Na ganz so präpotent bin ich nicht, dennoch, heute mal Eindrücke vom Frühling in Melbourne. ENDLICH, an meinem letzten Tag hier strahlender Sonnenschein und Temperaturen etwas über 20 Grad. Was liegt da näher als sich das Radl zu schnappen und ein bisschen umherzustrawanzen...

Die Ausgangsbedingungen waren gut...


Ein Zwischenhochkeil schiebt sich von Westen herein..


Die Temperatur in 850 hPa beträgt gute 6 Grad...



Was unterm Strich zu einer beachtlichen Höchsttemperatur (aufgrund der starken Sonneneinstrahlung) von immerhin fast 22 Grad führt.


Hier nun Schnappschüsse von der Tour...




City vom Albert Park Lake aus gesehen. Um den kleinen See führt die Rennstrecke des GP von Australien.


St. Kilda Pier


Port Melbourne


Der Spirit of Tasmania braucht ca. 8 Stunden zur Überfahrt nach Tasmanien



Mein fahrbarer Untersatz


Eine DAVIS Station am Strand ...



Ich mit Rad in Selbstreflexion ;)


City in der Nachmittagssonne


Eureka Tower hinter austreibender Platane


City von Osten gesehen


Skulptur im Melbourne Park


Alexandra Gardens


Mein Wohnviertel, South Yarra

Gruß ins windige und kalte Österreich ;)

Lg
Manfred



P.S zum Starkregenereignis gestern und heute Nacht wirs morgen noch etwas geben, hab mir schon ein bissl was überlegt, will aber mein Hirn heute nicht mehr strapazieren ;)


Samstag, 25. September 2010

Tschechien und Betonierer

Hallo,

zu kostenloser Publicity hat das CHMI, das Tschechische Institut für Hydrometeorologie unser Österreichisches Unternehmen UBIMET gebracht. Das CHMI zeigt sich entrüstet über die Ausweitung unserer Warnservices, denn seit kurzem ist unsere Warnseite auch für Tschechien online...

Die Reaktion des CHMI kann man mit google übersetzt HIER nachlesen. Da kann man sich ja wieder nur wundern. Mir ist die Argumentationskette der Herrn Radim Tolasz  und Petr Dvorak gut bekannt, selbiges bekommt man wahrscheinlich auch bei einem Anruf auf der Hohen Warte 38, 1190 Wien zu hören, und der Bart ebendieser ist genauso lange wie die Warteschleife im Telefonsystem bei einem Anruf nach 18 Uhr am Magistratischen Bezirksamt Wien 22.

Die Herren sprechen von meteorologischen Amateuren, die die Tschechische Bevölkerung mit apokalyptischen Warnungen in den Wahnsinn treiben. Zwar schießen sie sich mehr auf MeteoPress ein, die wohl auch einen Warnservice betreiben, lassen aber auch an unserem Service, der seit 2 Tagen eine grüne Karte gezeigt hat, kein gutes Haar.

Ich tu mir schwer, mit solchen grotesken Argumenten umzugehen, die selbst wiederum zu kommentieren vergebene Liebesmüh ist. Eigentlich freue ich mich eher darüber, wie sehr von Wut und Existenzangst man geplagt sein muss, um zu derart vorsintflutlichen Mitteln wie der öffentlichen Verunglimpfung durch Schwingen der Angst- und Neidkeule greifen zu müssen. Ich wünsche den Herren ruhigere Nächte und gesegnete Träume.

Gut, die Darstellung ist vielleicht etwas übertrieben, sie zeugt aber von einer Panik, für die es keinen objektiven Grund gibt. Subjektiv spielt bei diesen Dingen fast immer eine Art der Angst vor Machtverlust mit.

Fakt ist, dass man in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht, natürlich sehr vorsichtig agieren muss, und hierbei sind ein paar kleinere Übersetzungsfehler passiert, die das CHMI ausgeschlachtet hat, was herzlich billig und nicht sehr tiefschürfend ist. Es zeugt aber auf der anderen Seite von einer Kleingeistigkeit, die ihresgleichen sucht und sich alsbald als ziemlich dicke Retourkutsche herausstellen wird. Nämlich dann, wenn sich zeigt, dass der Service seriös ist, wie in allen anderen Ländern, die wir betreuen, auch. Das CHMI geizt in der Argumentation nicht mit, zumindest implizierten, Lügen, dass private Dienste die Daten von ihren Webseiten klauen und damit das große Geschäft machen. Die Herren hätten zuerst in Ihrer Vertragsabteilung nachsehen sollen und hätten gesehen, dass wir ein Geschäftsverhältnis zum Bezug aktueller Daten aufrecht haben. Wie gesagt, ich rate den Herren zu Coolness und sie sollten mehr Sorge darum haben, Ihre Arbeit auch weiterhin gut zu machen, als darum, Mitbewerber mit unrichtigen Behauptungen aus minderen Motiven anzupatzen. Das ist eine Empfehlung an alle staatlichen Wetterdienste, die meinen, das wir Ihnen nicht ins Konzept passen.

Nach Österreich: Es gibt keine Neuigkeiten in Sachen ZAMG Gesetz, außer, dass man aus dem Ministerium hört, es wie geplant durch den Ministerrat pressen zu wollen, ohne auf die Stellungnahmen einzugehen. Das ist eine sehr österreichische Vorgangsweise, formal Stellungnahmen einzuholen, in dem Wissen, dass man auf das, was reinkommt sowieso pfeifen wird.
Über die Hintergründe kann man nur spekulieren.

A) Irgendjemand muss seinen Standpunkt durchsetzen, koste es was es wolle. Stolz und Trotz könnte eine Ursache sein

B) Irgendjemand oder Irgendetwas verfolgt ein sehr persönliches Ziel, und die Gesetzwerdung genau in diesem Wortlaut ist dafür immanent notwendig.

C) Man glaubt allen Ernstes, dass die Gesetzwerdung so wirklich gut ist und  Österreich einen Vorteil bringt.

D) Gessen wird was am Tisch kommt, und gredt wird nur, wenn man gfragt wird. Manche mögen meinen, diese Einstellung sei auch nach Abschaffung der absolutistischen Herrschaft vor mehr als 150 Jahren, auch heute noch zeitgemäß.

E) keine Ahnung..

Ich halte C) unter Berücksichtigung aller Stellungnahmen (Die Stellungnehmer vom Rechnungshof abwärts über andere Ministerien bis hin zur Wirtschaftskammer können ja nicht alle überhaupt keinen Tau davon haben, wovon sie sprechen) für ausgesprochen unwahrscheinlich. A, B und D, oder jede Mischung und Linearkombination sind allerdings für die Verantwortlichen sehr gefährlich, weil die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit und die freie Meinungsäußerung mittelfristig sehr scharfe und wirksame Instrumente sein können, die ggf. eingesetzt werden um dem Gesetz gewordenen Unrecht eine breites Publikum zu verschaffen.

Was die beiden heute angerissenen Themengebiete als Klammer verbindet, und das kann man als positive Essenz mitnehmen, ist dass sich für mich klar abzeichnet, was eine gute Strategie zu objektiv guten Prognosen beim Wetter ausmacht.

A: Eine ehrliche und objektive Einstellung zum Wetter selbst. Es sollte klar sein, dass Wetter jede menschengemachte Grenze überschreitet und daraus ergibt sich, dass ein Ansatz umso ehrlicher und sachdienlicher ist, je pannationaler er ausfällt. Die Grenze des Gebietes, das man betreut ist nicht die Grenze des Gebietes, das man wettertechnisch verstehen muss um das Gebiet der Wahl optimal zu versorgen. Nationalismus und Kastldenken beim Wetter sind daher falsche Ansätze.

B: Die Objektivität dem Phänomen gegenüber gebietet es, die objektiv selben Kriterien überall anzuwenden. 50 Liter sind 50 Liter, ob in Favoriten oder Usbekistan. Und das ist unser Job. Welche Eskalationen sich an 50 Liter anschliessen, ist eine andere Frage, aber sicher keine, die etwas mit der Wetterprognose zu tun hat.


lg

Manfred

Donnerstag, 23. September 2010

Herbstbeginn und Frühlingsbeginn

Hallo,

ich beginne mit einem Screenshot meines Desktops...



Diese wunderbare App für KDE4 bietet die Möglichkeit, mit Hilfe der Maus mit der Erde zu spielen. Wir sehen an der gleichmässigen Ausleuchtung von Nord- und Südhalbkugel dass..

am Nordpol heute die Sonne untergegangen ist

am Südpol die Sonne aufgegangen ist.


Auf einem echten Satellitenbild sieht das so aus...



Dabei ist  mir aufgefallen, dass weit östlich der Philippinen ein dicker Zyklon unterwegs bzw. im entstehen ist, wie das Infrarotbild zeigt:




Die Temperaturen hinken dem Strahlungsgleichstand natürlich einige Wochen hinterher, noch ist die Nordhalbkugel deutlich wämer als die Südhalbkugel, was ein Blick auf die Zirkumpolarkarten verrät:

Norden:


Süden:



Der Nordwirbel ist seit dem Sommer deutlich intensiver geworden und beginnt typische Strukturen, wie Starkwindbänder und tiefe keile und Tröge zu bilden. Immer noch viel stärker ist der Südwirbel, mit seinem extremen Jets und den deutlich flacheren und schneller wandernden Trögen und Keilen.

In Österreich wird die Strahlungsbilanz netto ab etwa der ersten Oktoberwoche negativ werden, die Tage werden jetzt so schnell kürzer wie nie zuvor und der Prozess bremst sich erst in 3 Monaten ein, im Lichtarm-depressiven Dezember ;)

Lg

Manfred

Dienstag, 21. September 2010

IGOR wandelt sich

Hallo,

in diesen Stunden wurde endgültig die Wandlung von ex-Hurrikan IGOR in ein außertropisches Tief eingeleitet, das ist immer ein spannender Prozess, weil nur wenige Tiefs in den nördlichen Breiten so eine lange und vor allem tropische Geschichte haben ... .. so sieht die Wandlung auf dem Satellitenbild aus:



Und im Wasserdampf:



Vom ehemaligen Auge ist nicht mehr viel übrig, und auch die ehemals fast kreissymmetrische Form hat sich zu einer Exzentrizität gewandelt, eindeutig erkennt man vor allem an seiner Nordostseite die Wandlung zu einem mächtigen Warmfrontschirm.... und tatsächlich.. Igor hat in den letzten Stunden eine markante Warmfront ausgebildet, sie man an der nächsten Karte sieht: (Isolinien: Bodendruck und in Farben die Temperatur in ca. 1500m Höhe)

An seiner Nordostflanke steuert er seine tropische Kernluftmasse gegen im Norden lagernde polare Kaltluftmassen, assymmetrisches Aufgleiten der tropischen Warmluft inkl. starker Regenfälleist die Folge. Hingegen bezieht er an seiner Rückseite kühle und trockene Kontinentalluft aus dem Herzen Kanadas mit ein.

Die Frontenlegung kann man so skizzieren:




Die Frontenzüge sind dabei absichtlich nicht verbunden, weil da erst etwas im *Entstehen* ist.

Man sieht am Bild bzw. auf den nächsten beiden Analysekarten, wie hier ziemlich energiearme Luft in IGORS Rückseite gesaugt wird und die im Moment entstehende Kaltfront dadurch sehr sehr mickrig ist...






In den nächsten Stunden wird sich der Okklusionsprozess sehr rasch fortsetzen und bald wird nur noch eine schmale Zunge tropischer Warmluft an IGORS Ostflanke vorhanden sein.

Lg

Manfred

Sonntag, 19. September 2010

Kurze Bilanz Starkregen Kärnten/Steiermark + Blogstats

Hallo,

nach 48 Stunden teils intensivem Regens in den südlichen Teilen von Kärnten und der Steiermark ist das gröbste nun durch, Zeit für eine kleine Rückschau. Vorher aber erst ein Blick auf die aktuelle Lage:



Die Luftmassengrenze im Süden driftet langsam ab, von Norden her setzt sich deutlich trockenere Luft durch. der Warmfrontschirm über Westeuropa wird ab morgen einen hauch von Altweibersommer mit anständigen Temperaturen einläuten. Zurück zum vergangenen Ereignis:


Gefallen sind von Freitag 5 Uhr bis Sonntag 5 Uhr:

Loibl 159mm
Klagenfurt 94mm
Ferlach 91mm
Pörtschach 97mm
Villach 110mm
Feistritz 130mm
Deutschlandsberg 81mm
Leibnitz 89mm


Die Mengen sind jetzt vielleicht keine Katastrophe, stellen aber dennoch ein bemerkenswertes Ereignis. Wir waren zum Glück nur am Rande betroffen, Slowenien hat es weiteraus schlimmer erwischt, mit Tagesummen bis zu 120mm und Maximalwerten insgesamt teils über 300mm. Einen Blick zu den südlichen Nachbarn im Rahmen dieses Ereignisses gibt es bei den Kollegen auf wetter.tv, und zwar HIER!

Ich möchte die Ausführungen des Wetter.tv Kollegen zu den ursachen etwas vertiefen, bzw. auf meinen vorgestrigen Post mit der Frontverschärftung hinweisen.

Wo der Regen herkam wird anhand des Satloops der letzten 72 Stunden klar.




Die vor allem für Slowenien brisante Mischung rührt aus der Interaktion eines hatscherten Portugaltiefs , das Warmluft nach Norden schaufelt mit einer aus Nordwesten hereinziehenden, schwachen, Kaltfront. Die zwei Frontalzonenverschmelzen, die Temperaturunterschiede zwischen Nord und Süd verschärfen sich. An der knapp südlichen von Österreich liegenden Front ziehen kleiner Wellen durch, mit der Finalen Welle, die jetzt abzieht, ist der Ofen in den Alpen aus. Wir hatten es also mit keinem Italientief im klassischen Sinn zu tun, auch Stau spiele keine nennenswerte Rolle, sondern es war der sehr reizende und seltene Fall einer Frontverschärfung an einer nahezu stationären Front. Prost.

Zum Abschluss ein paar Blogstatistiken und allgemeine Gedanken ... Der Wetterinfos Blog ist ja nun schon einige Zeit am Netz, damit der geneigte Leser und die noch geneigtere Leserin ein Gefühl dafür bekommen, wie viele sonst noch mitschmökern, hier die Statistik der Unique Clients seit erstem Jänner:


Hier sieht man natürlich starke Schwankungen, die vor allem durch auftretende Unwetter getriggert sind. Viel wichtiger ist für die Zahl der Direkten Zugriffe, also solche die nicht über Link oder Suchmaschine kommen:


Hier sehe ich, dass diese Zeilen immer wieder konstanten Anklang finden, Euch wird also augenscheinlich nicht fad ;) UND, der Autor freut sich, dass mehr LeserInnen Firefox benutzen als den Internet(dr)explorer:


Soweit so gut, eines möchte ich noch anbringen. Ich weiß nicht wie es andere WebLogger machen oder anlegen, ich schreib das alles ja nicht für mich alleine, sondern mit der Intention, dass es ein geneigtes Publikum liest und sich seinerseits vielleicht Gedanken dazu macht. Wenn aber kein Feedback in Form von Kommentaren und Fragen kommt, weiß ich nicht, was Ihr Euch denkt, oder u.U welche Fragen Ihr habt, soll heißen der Autor ist etwas hilflos und denkt sich bezeiten, 100 oder 150 täglichen geneigten LeserInnen zum Trotz, vielleicht doch für sich selbst zu schreiben. Das wäre aber Zeitverschwendung, denn ich würde eher mit mir selbst reden, das geht schneller als Tippen ;). In diesem Sinne..

schönen Sonntag

Lg

Manfred

Ah Ja, da hamma noch was. Hurrikan IGOR in den kommenden 24h in der wetter.tv Sturmanimation ...

Freitag, 17. September 2010

Brutale Frontogenese über den Alpen und IGOR Update

Prolog---

An jene(n) die meinen, dass Ihnen die Zeilen im Fall der Nichtexistenz eben dieser, nicht abgehen würde... was schauts dann überhaupt rein ? ;) Das erinnert mich an die, die immer über den Moik gestänkert, aber dennoch am Samstag den Ignorantenstadl angeschaut haben.  :D (Fangfrage ich weiß, und die Zeilen habe ich schon vor zwei Tagen geschrieben und nur darauf gewartet, dass ich sie endlich reinkopieren kann ;)

Liebe Bloggemeinde,

es hat sich gestern im Lauf des frühen Nachmittages langsam abgezeichnet, dass diese Kombination zwischen dem stagnierenden Skandinavientief und dem langsam ostwärts ziehenden Portugaltief eingentlich eine ziemlich gepfefferte Mischung ist.

Was ist synoptisch seit gestern geschehen ?



Richtig, die zwei Frontlinien über Europa sind zu einer mächtigen, verwellenden Front verschmolzen. Zum Vergleich, hier nochmal die Frontenlage von gestern früh:


Diese nun vereinigte, schleifende Frontalzone sorgt dafür dass es momantan vor allem im Süden und und Südosten ordentlich schüttet, und das war wohl auch noch nicht alles, da kommt noch deutlich mehr. Teilweise regnet es mit raten zwischen 8 und 12 Litern pro m² und Stunde, z.B am Loiblpass im sonst so sonnigen Kärntenn.

Die Schärfe der Frontalzone bzw, den beweis dafür, dass es einst einmal 2 Fronten waren, sieht man im Höhenfeld, z.B im 300-er Wind:


Der Polarfrontjet aus Nordwesten trifft den Jet vorderseitig des Portugalsystems über der Schweiz, auch weiter nach Osten hin kann man noch 2 Kerne des Jets unterscheiden (Biforkation).


Spuren der 2 Fronten findet man auch noch in der IPV, auch hier sind man die Sandwichkonfiguration über den Alpen.


Keine Spuren findet man allerdings mehr in der unteren Atmosphäre, hier gibt es einen ununterbrochenen, starken Temperaturgradienten, mit sehr warmer und feuchter Luft im Süden der Front und kühler, trockener im Norden..


Eine ähnliche Wetterlage gab es im Mai 2010, ich habe rein zufällig auch dazu gebloggt ;)... siehe HIER:

Nachdem die Gschicht dann morgen etwas nach Süden abrückt, erwischt uns am Sonntag aus Südwesten die finale Welle der Gschicht, danach sorgt ein Hochausläufer, der sich von Westen her breitmacht, für Altweibersommerstimmung. Also mittelfristig sind die Aussichten erst einmal als passable einzuschätzen.

Zum Igor: 3 Systeme gibt es derzeit am Atlantik, Karl, IGOR und Julia. Karl ist der derzeit schwächste aber gefährlichste der 3 Hurrikane, den er trifft in Mexiko auf Land. ... hier ein aktuelles Bild der Grazien:


IGOR dreht gerade nach Nordosten und später Norden ab, Julia wird es ihm Gleichtun... Ds Schicksal von IGOR scheint mittlerweile besigelt, er wird sich in ein starkes, aussertropisches Tief umwandeln, aber im bereich Labrador und Grönland später weitestgehend verrecken....


Hier IGOR als alter, starker Russe nächsten Mittwoch:


Die Reste seiner tropischen Warmluft sind auf eine sehr schmale Zunge zusammengeschrumpft:


Die Reste von Julia hat er in seinem Südspitzerl zu diesem Zeitpunkt schon etwas zuvor verdaut.

Lg

Manfred