Hallo,
zu kostenloser Publicity hat das CHMI, das Tschechische Institut für Hydrometeorologie unser Österreichisches Unternehmen UBIMET gebracht. Das CHMI zeigt sich entrüstet über die Ausweitung unserer Warnservices, denn seit kurzem ist unsere Warnseite auch für Tschechien online...
Die Reaktion des CHMI kann man mit google übersetzt HIER nachlesen. Da kann man sich ja wieder nur wundern. Mir ist die Argumentationskette der Herrn Radim Tolasz und Petr Dvorak gut bekannt, selbiges bekommt man wahrscheinlich auch bei einem Anruf auf der Hohen Warte 38, 1190 Wien zu hören, und der Bart ebendieser ist genauso lange wie die Warteschleife im Telefonsystem bei einem Anruf nach 18 Uhr am Magistratischen Bezirksamt Wien 22.
Die Herren sprechen von meteorologischen Amateuren, die die Tschechische Bevölkerung mit apokalyptischen Warnungen in den Wahnsinn treiben. Zwar schießen sie sich mehr auf MeteoPress ein, die wohl auch einen Warnservice betreiben, lassen aber auch an unserem Service, der seit 2 Tagen eine grüne Karte gezeigt hat, kein gutes Haar.
Ich tu mir schwer, mit solchen grotesken Argumenten umzugehen, die selbst wiederum zu kommentieren vergebene Liebesmüh ist. Eigentlich freue ich mich eher darüber, wie sehr von Wut und Existenzangst man geplagt sein muss, um zu derart vorsintflutlichen Mitteln wie der öffentlichen Verunglimpfung durch Schwingen der Angst- und Neidkeule greifen zu müssen. Ich wünsche den Herren ruhigere Nächte und gesegnete Träume.
Gut, die Darstellung ist vielleicht etwas übertrieben, sie zeugt aber von einer Panik, für die es keinen objektiven Grund gibt. Subjektiv spielt bei diesen Dingen fast immer eine Art der Angst vor Machtverlust mit.
Fakt ist, dass man in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht, natürlich sehr vorsichtig agieren muss, und hierbei sind ein paar kleinere Übersetzungsfehler passiert, die das CHMI ausgeschlachtet hat, was herzlich billig und nicht sehr tiefschürfend ist. Es zeugt aber auf der anderen Seite von einer Kleingeistigkeit, die ihresgleichen sucht und sich alsbald als ziemlich dicke Retourkutsche herausstellen wird. Nämlich dann, wenn sich zeigt, dass der Service seriös ist, wie in allen anderen Ländern, die wir betreuen, auch. Das CHMI geizt in der Argumentation nicht mit, zumindest implizierten, Lügen, dass private Dienste die Daten von ihren Webseiten klauen und damit das große Geschäft machen. Die Herren hätten zuerst in Ihrer Vertragsabteilung nachsehen sollen und hätten gesehen, dass wir ein Geschäftsverhältnis zum Bezug aktueller Daten aufrecht haben. Wie gesagt, ich rate den Herren zu Coolness und sie sollten mehr Sorge darum haben, Ihre Arbeit auch weiterhin gut zu machen, als darum, Mitbewerber mit unrichtigen Behauptungen aus minderen Motiven anzupatzen. Das ist eine Empfehlung an alle staatlichen Wetterdienste, die meinen, das wir Ihnen nicht ins Konzept passen.
Nach Österreich: Es gibt keine Neuigkeiten in Sachen ZAMG Gesetz, außer, dass man aus dem Ministerium hört, es wie geplant durch den Ministerrat pressen zu wollen, ohne auf die Stellungnahmen einzugehen. Das ist eine sehr österreichische Vorgangsweise, formal Stellungnahmen einzuholen, in dem Wissen, dass man auf das, was reinkommt sowieso pfeifen wird.
Über die Hintergründe kann man nur spekulieren.
A) Irgendjemand muss seinen Standpunkt durchsetzen, koste es was es wolle. Stolz und Trotz könnte eine Ursache sein
B) Irgendjemand oder Irgendetwas verfolgt ein sehr persönliches Ziel, und die Gesetzwerdung genau in diesem Wortlaut ist dafür immanent notwendig.
C) Man glaubt allen Ernstes, dass die Gesetzwerdung so wirklich gut ist und Österreich einen Vorteil bringt.
D) Gessen wird was am Tisch kommt, und gredt wird nur, wenn man gfragt wird. Manche mögen meinen, diese Einstellung sei auch nach Abschaffung der absolutistischen Herrschaft vor mehr als 150 Jahren, auch heute noch zeitgemäß.
E) keine Ahnung..
Ich halte C) unter Berücksichtigung aller Stellungnahmen (Die Stellungnehmer vom Rechnungshof abwärts über andere Ministerien bis hin zur Wirtschaftskammer können ja nicht alle überhaupt keinen Tau davon haben, wovon sie sprechen) für ausgesprochen unwahrscheinlich. A, B und D, oder jede Mischung und Linearkombination sind allerdings für die Verantwortlichen sehr gefährlich, weil die Demokratie, die Rechtsstaatlichkeit und die freie Meinungsäußerung mittelfristig sehr scharfe und wirksame Instrumente sein können, die ggf. eingesetzt werden um dem Gesetz gewordenen Unrecht eine breites Publikum zu verschaffen.
Was die beiden heute angerissenen Themengebiete als Klammer verbindet, und das kann man als positive Essenz mitnehmen, ist dass sich für mich klar abzeichnet, was eine gute Strategie zu objektiv guten Prognosen beim Wetter ausmacht.
A: Eine ehrliche und objektive Einstellung zum Wetter selbst. Es sollte klar sein, dass Wetter jede menschengemachte Grenze überschreitet und daraus ergibt sich, dass ein Ansatz umso ehrlicher und sachdienlicher ist, je pannationaler er ausfällt. Die Grenze des Gebietes, das man betreut ist nicht die Grenze des Gebietes, das man wettertechnisch verstehen muss um das Gebiet der Wahl optimal zu versorgen. Nationalismus und Kastldenken beim Wetter sind daher falsche Ansätze.
B: Die Objektivität dem Phänomen gegenüber gebietet es, die objektiv selben Kriterien überall anzuwenden. 50 Liter sind 50 Liter, ob in Favoriten oder Usbekistan. Und das ist unser Job. Welche Eskalationen sich an 50 Liter anschliessen, ist eine andere Frage, aber sicher keine, die etwas mit der Wetterprognose zu tun hat.
lg
Manfred
nicht zum Thema: Werden diese UWZ-Warnungen durch automatische Computermodelle errechnet oder ist da ein Meteorologe beschäftigt, der das für jede Region entscheidet?
AntwortenLöschenJe nach Meteorologe wird dann eher eine Unwetterwarnung ausgegeben, als bei einem Anderen, der seine UW-Warnungen erst bei heftigeren Anzeichen ausgibt.
Andere Möglichkeit - feste Bestimmungen, Anforderungen um wirklich eine Warnung auszusprechen
Hallo,
AntwortenLöschenfür die Ausgabe der Warnungen ist kein Computer involviert und das soll auch so bleiben, alles wird manuell durch einen Meteorologen induziert.
Was du ansprichst, ist natürlich, dass unterschiedliche Experten eine Situation in der Theorie unterschiedlich beurteilen können. Hat man allerdings, wie wir, eine normierte Vorgangsweise, sozusagen eine gemeinsame Richtlinie, kann man es verhindern, dass die Warnung nur von der Person abhängt.
Weiters ist es auch so, dass stets nicht nur einer/eine eine Entscheidung fällt, sondern immer mehrere im Entscheidungsprozess involviert sind. Nur so kann man jede Warnung objektivieren. Wie es andere machen, weiß ich nicht.
Lg
Manfred